Weshalb Frauen in der Finanzwelt mit Vorurteilen zu kämpfen haben

15Weshalb Frauen in der Finanzwelt mit Vorurteilen zu kämpfen haben

Nahezu alle erfolgreichen Finanzinvestoren und Börsenhändler sind männlich – zumindest diejenigen, die die höchsten Gehälter und Boni einstreichen. Ein Zufall ist dies selbstverständlich nicht, wobei die Gründe jedoch anders liegen, als gerne vermutet wird.

Kritiker könnten argumentieren, dass sich Frauen mit Fragestellungen rund um Finanzen und Mathematik schwerer als ihre männlichen Kollegen tun. Aber dies ist letztlich nur eine Denkweise, wie sie vor hundert Jahren noch verbreitet war. Längst gibt es Studien, die Gegenteiliges beweisen. An der Kompetenz kann es somit nicht liegen.

Stattdessen spielen Zugehörigkeit und Ethik eine große Rolle. Die Finanzmärkte werden von Männern dominiert, die gerne unter sich bleiben möchten. Vor allem Gefühle sind dort fehl am Platz: Nicht nur an der Börse, sondern sogar in den Abteilungen der Investmentbanken und Hedgefonds geht es wie in einem Haifischbecken zu. Am Ende überleben nur die Starken – und das sind vorrangig die, die keine Gefühle zeigen und skrupellos agieren.

Dem weiblichen Geschlecht wird nachgesagt, besonders emotional zu handeln. Aus diesem Grund sehen es etliche Finanzgrößen lieber, wenn Frauen zu Hause bleiben und sich dort um die Kinder kümmern. Dort können sie nichts falsch machen und keine Fehlentscheidungen treffen, die Investments gefährden.

In Wirklichkeit wäre es jedoch ein spannendes Experiment, einmal anders zu verfahren und den Frauen das Ruder in die Hand zu geben. Immerhin gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die dem weiblichen Geschlecht das bessere Investmentverhalten attestieren. Es sind vor allem Männer, die beim Investieren hohe Risiken eingehen und deshalb viel Geld verlieren. Frauen treffen ihre Entscheidung aufgrund anderer Grundlagen, weshalb sie insgesamt weniger Risiken eingehen und daher auch weniger Geld vernichten.

Frauen, die in der Finanzwelt durchstarten möchten, wird dieses Wissen allerdings wenig nützen. Mit weiblicher Intuition und nachhaltigem Handeln sind nur die wenigsten Vorgesetzten zu überzeugen. Die Frauen, die sich im Haifischbecken behaupten, müssen ein Verhalten zeigen, wie sie es von ihren männlichen Kollegen gewöhnt sind. Streng genommen müssen sie sogar noch härter sein, damit sie auf der Karriereleiter vorankommen.

Natürlich sollten sich Frauen, die eine Karriere in der Finanzwelt anstreben, hiervon nicht beunruhigen lassen. Jedoch hilft es ihnen, gleich zu Beginn den richtigen Blick auf ihre Arbeitsumgebung und die geltenden Regeln zu haben, damit der Start nicht zur Enttäuschung wird.

Frauenkarriere in der Finanzwelt: Der Weg zum Erfolg

Frauenkarriere in der Finanzwelt: Der Weg zum Erfolg

Die Finanzwelt wird von Männern dominiert. Frauen, die in Führungspositionen arbeiten, sind die große Ausnahme. Dennoch gibt es sie, was für andere Frauen eine große Inspiration sein kann. Diese Frauen liefern den Beweis, dass es auch anders geht. Vor allem Absolventinnen sollten sich deshalb nicht einschüchtern lassen – auch sie können es schaffen und in der Finanzwelt weit bringen.

Eine Vorzeigefrau, die eine eindrucksvolle Karriere in der Bankenwelt gemacht hat, ist Piraye Antika. Die geborene Türkin lebt und arbeitet in der Türkei, wo sie Chefin einer Bank ist. Um genau zu sein, bekleidet sie das Amt des CEO, was in diesem Fall dem Posten der Landeschefin entspricht. Die HSBC zählt zu den größten Geldinstituten der Welt. Der Ableger in der Türkei zählt mehr als 5.000 Beschäftigte, für die Piraye Antika verantwortlich ist.

Beginn der Karriere

Zugegeben, Chefin der Bank wurde sie nicht zufällig. Den Grundstein legte sie mit einem Studium der Volkswirtschaft, das sie zu Teilen in den USA studierte. In den 1980er Jahren von der Türkei in die USA zu ziehen und dort zu studieren, war seinerzeit zweifelsohne eine große Ausnahme. Aber die Mühen haben sich bezahlt gemacht, auch wenn die Bankerin ursprünglich in der akademischen Welt bleiben wollte.

Noch in den USA heuerte sie bei einer Großbank an und wurde Teamleiterin. Vor dort an ging es dann steil bergauf. Sie kehrte einiger Jahre später in ihr Heimatland zurück, um dort für eine Bank zu arbeiten, die später von der HSBC übernommen wurde. Dort brachte es es dann zur Chefin. Vor allem ihrer Begeisterung für den Job hat sie es zu verdanken, so schnell aufgestiegen zu sein.

Erfolg trotz eigener Kinder

Eines der größten Karrierehindernisse einer Frau sind die Kinder. Bei diesem Thema verweist Piraye Antika auf ihre Familie. Während das Modell der Großfamilie sowohl in den USA als auch Westeuropa schon lange nicht mehr existiert, ist die Situation der Türkei eine vollkommen andere. Deshalb fiel es ihr vergleichsweise leicht, die Themen Job und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Den meisten Frauen in Westeuropa steht diese Resource nicht zur Verfügung. Damit haben sie es erheblich schwerer. Allerdings gilt, dass sich die Frauen im Vorteil befinden, die in einer Führungsposition arbeiten und sich somit eher eine Kinderbetreuung leisten können.

Das Erfolgsgeheimnis

In der türkischen Bankenwelt arbeiten überraschend viele Frauen in Führungspositionen. Für Piraye Antika stehen die Gründe fest: Frauen haben eine andere Denkweise, die sich als Vorteil nutzen lässt. Hierzu zählt vor allem ihre langfristige Orientierung. So lassen sich Managemententscheidungen treffen, die sehr fundiert sind und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Erfolgen führen.

Außerdem attestiert sie dem weiblichen Geschlecht eine bessere Menschenkenntnis. Die ist im alltäglichen Business wiederum von Vorteil. Schließlich ist es für eine Führungskraft ungemein wichtig, Mitarbeiter zu verstehen. Zumal dies noch lange nicht alles ist. Menschenkenntnis hilft z.B. dabei, die wahren Absichten von Menschen zu erkennen. Gerade bei der Einstellung neuer Mitarbeiter kann dies eine echte Stärke sein.